Aus den Rohstoffmärkten

Stand: 23.01.2024

Molkereiprodukte (weiße Linie)

Der sonst häufig vorhandene Warendruck zum Jahresanfang ist noch nicht zu spüren. Die deutsche Milchanlieferung startet mit einem leichten Minus von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Verschiedene Molkereien versuchen über die gestiegenen Mautkosten die Preise stabil zu halten bzw. sogar leicht zu erhöhen.

Butter

Angebot und Nachfrage halten sich die Waage. Je nach Verwertungsmöglichkeit für den Rohstoff Milch ist eine breite Preisspreizung zwischen den Butterproduzenten feststellbar. Eine klare Tendenz für den nächsten Butterabschluss im Lebensmitteleinzelhandel ist nicht erkennbar.

Schnittkäse

Die meisten Käsereien/Verarbeiter hatten sich im Dezember bzw. zum Jahreswechsel preislich nach oben positioniert und warten nun die weitere Marktentwicklung ab.

Eiprodukte

Auch bei Eiern sind noch keine gravierenden Veränderungen feststellbar. Dabei wird der Markt sehr unterschiedlich beschrieben. Vereinzelt treten Fälle von Vogelgrippe auf, die bislang keine Auswirkungen auf die Marktentwicklung haben.

Haselnüsse

Aufgrund aktueller Verkaufszurückhaltung der Farmer und Manavs, gepaart mit Kaufinteresse der Exporteure steigen die Preise aktuell an. Der Markt in der Türkei erwartet darüber hinaus weitere Kaufaktivitäten von Ferrero und früher oder später auch Verkäufe von der TMO. Im Hinblick auf die folgende Ernte ist zu berichten: Die Entwicklung der Sträucher ist aufgrund des bisher milden Wetters – vergleichsweise – weit fortgeschritten, was das Risiko von Schäden durch potenzielle Fröste stark erhöht.

Mandeln

Der Markt ist ruhig und der Fokus liegt auf der Blüte im Februar. Die Niederschläge liegen aktuell weit hinter dem Vorjahr, allerdings sind die Stauseen ausreichend gefüllt. Steigende Frachtraten können auch hier zu temporär steigenden Preisen führen.

Sonnenblumenkerne Bakery

Die globale Nachfrage nach SBK-Öl war sehr gut und die Bauern in Bulgarien und Rumänien geben nur zögerlich ihre Ware ab. Bis zur neuen Ernte können sich die Preise weiter befestigen.

Sesamsaat

Der Sesammarkt selbst ist stabil, aber die Frachtraten steigen für alle Seerouten. Somit steigen auch hier die Preise.

Kürbiskerne

Die Rohwarenpreise sind etwas fester, aber die Frachtraten steigen rasant weiter. Aktuell kostet die Seefracht für einen 20 ft. Container ca. USD 3800 – vorher USD 1.200. Hinzu kommen verlängerte Transportzeiten von ca. 14 Tagen und mehr. Solange die Situation im Roten Meer unverändert bleibt, befestigen sich die Frachtraten.

Sultaninen

Die Situation ist unverändert. Type 8 und 9 sind ausreichend vorhanden, Type 10 ist stark begrenzt. Offerten aus Südafrika für Orangen River choice liegen noch nicht vor. Der Ernteübergang im September wird sehr eng werden, da die alte Ernte in der Türkei ausverkauft sein wird. Aktuell gehen die Preise seitwärts, mit fester Tendenz. Die wirtschaftliche Situation in der Türkei lässt fallende Preise aktuell nicht zu. Sehr hoher Leitzins und Inflation.

Leinsaat

Die Ernte ist insgesamt schlechter ausgefallen als erwartet oder erhofft. Kasachstan verkauft viel nach China, weniger in die EU. Die Preise halten sich auf einem hohen Niveau in der Tendenz weiter steigend, da Russland die Preise anzieht und auch die Transportkosten steigen. Aktuell sind die Standzeiten an der EU-Grenze sehr lang – daher ist eine Vorlaufzeit von ca. drei Wochen zu berücksichtigen.

Blaumohn

Die Preise befinden sich weiterhin auf einem höheren Niveau. Die Erntemenge ist deutlich kleiner zum Vorjahr und das Angebot aus dem Ursprung wird knapper. Die Nachfrage entscheidet über die weitere Preisentwicklung.

Chia

Die Preise bewegen sich ungefähr auf Vorjahresniveau und bleiben fest. Die Ernten in Afrika und Südamerika laufen und kommen nach und nach in der EU an. Angebot und Nachfrage halten sich die Waage. Die Ernte in Afrika wird aufgrund starker Regenfälle im November/Dezember geringer ausfallen.

Ananas

Die Preise sind unverändert hoch aufgrund der fehlenden Rohware. Insbesondere choice Qualitäten sind knapp. Bis zur Winterernte im März 2024 wird die Situation angespannt bleiben. Zudem muss aktuell mit längeren Vorlaufzeiten gerechnet werden, da die kritische Situation mit den Huthi Rebellen die Reedereien veranlasst, den Suez Kanal zu meiden und stattdessen, um das Kap der guten Hoffnung zu fahren. Mehrere Reedereien haben deshalb schon die Frachtraten erhöht (piracy act).

Aprikosen, Pfirsiche und Birnen aus Südafrika

Die Aprikosen-Ernte ist abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass die prognostizierte Menge deutlich unterschritten wurde. Langeberg & Ashton hat bereits angekündigt trotz der bestehenden und bestätigten Kontrakte auch Mengen kürzen und zuteilen zu müssen. Insbesondere Früchte mit dem Count 115/150 sind rar. Bis zum Eintreffen der neuen Ernte bleiben die Bestände knapp, da die Mengen aus der Ernte 2022 bereits komplett vermarktet sind. Es wird erwartet mit den Verladungen am (windanfälligen) Hafen Kapstadt Ende des Monats beginnen zu können.

Äpfel

Bei der Konserve haben sich die Preise nach den Annahmen über die hohen Schäden durch den Hagel im September bestätigt. Große Mengen mussten sofort in die Saft-Industrie abgegeben werden, die nach der Knappheit bei Orangensaftkonzentrat ein großer Abnehmer ist. Im TK-Bereich sieht es ähnlich aus. Die Rohware ist knapp und die Preise ziehen weiter an. Wir rechnen mit weiteren Preissteigerungen ab Q1.

Brombeeren

Die Rohwarenpreise sind aktuell auf einem günstigen Niveau. Da die Nachfrage gesunken ist, haben sich die Preise nach unten orientiert und diese sind günstiger als bei Erntestart 2022.

Erdbeeren

Die neue Ernte in Ägypten läuft bereits. Ende Februar/Anfang März wird die Rohware geerntet. Nach ersten Schätzungen wird eine normale Ernte erwartet und die ersten Angebote haben uns erreicht. Je nach Verwendung wäre dies eine gute und günstigere Alternative zur polnischen „senga-ähnlich“ Qualität. Die Preise aus Polen und Serbien haben sich gefestigt. Bis zur neuen Ernte im Mai bleibt die Versorgung stabil.

Heidelbeeren

Das Preisniveau aus Osteuropa und Kanada hat sich gefestigt. Wir sind wieder auf einem günstigeren Niveau als letztes Jahr für gleichbleibend sehr gute Qualität.

Himbeeren

Die Ukrainer haben preislich angezogen und weisen keinen großen Unterschied mehr zur serbischen Qualität aus. Aktuell ist mit einer Vorlaufzeit von vier bis sechs Wochen zu rechnen, da es an den polnischen Grenzen aufgrund strenger Kontrollen zu längeren Wartezeiten kommt. Es kann hierbei von ca. 14 Tage ausgegangen werden. Daher ist mit Liefer-Verzögerungen zu rechnen.

Mandarin-Orangen

Nach der Pause zwischen den Weihnachtsfeiertagen ist der Pack in Spanien im vollen Gange. Aktuell ergeben sich deshalb etwas längere Vorlaufzeiten. Der LEH hat ebenfalls massiv Druck auf die Preise ausgeübt. Dies führt bei den spanischen Produzenten dazu, dass diese teilweise nicht mehr kostendeckend agieren können. Auch türkische Produzenten sind durch die günstigen Preise aus China enorm unter Druck geraten. Die Preise verharren auf dem günstigen Niveau.

Pflaumen

In Serbien wird von keiner guten Ernte 2023 gesprochen, dennoch steht ausreichend Menge für unsere Nachfrage zur Verfügung. Viele Bauern treiben die Preise für handhalbierte Ware hoch und es tauchen andere Ursprünge, wie Kosovo in den Vordergrund. Die Preise befinden sich weiterhin auf einem recht hohen Preisniveau.

Sauerkirschen

Der US-Markt bedient sich weiterhin in Europa, bevorzugt in Polen, nachdem die Montmorency Kirschen abermals knapp sind. Die Ernten sind abgeschlossen und es steht ausreichend Ware zur Verfügung. Der Preis bleibt stabil auf einem Niveau. Serbische Ware könnte etwas teurer als Polnische ausfallen.

Rhabarber

Der Markt ist weitestgehend geräumt. Es gibt aus der kleinen Augusternte noch vereinzelt LKWs zu höheren Preisen.

Zucker

In der Ukraine sind die Ernteaussichten wesentlich besser als erwartet. Eine Produktionssteigerung von 300.000 Tonnen wurden von der EU-Kommission prognostiziert. Es wird vermutet, dass diese Mengen in den EU-Markt fließen werden. Dies führte aktuell in Deutschland zu einem Preisdruck, der hauptsächlich aus Osteuropa durch die Ukraine verursacht wird. Es bleibt abzuwarten, ob die EU dies weiterhin zulässt und ob die Ukraine nicht wieder ein Exportstopp wie im Juni verhängt.

Auch in Deutschland sind die Ernteerwartungen aufgrund des anhaltenden Regens und hoher Temperaturen besser als erwartet. Es gibt auch Risiken. Derzeit tritt vorwiegend im Süden und Mitteldeutschland eine neue Rübenkrankheit (Stolbur) auf, die den Rübenbauern sehr zu schaffen macht.