Aus den Rohstoffmärkten

Stand: 26.06.2024

Molkereiprodukte (weiße Linie)

Erste Verhandlungen im Lebensmittelhandel scheinen abgeschlossen zu sein. Die Milchpreise sollen sich in der zweiten Jahreshälfte um 2 bis 3 Cent pro Liter erhöhen. Die in Deutschland produzierte Milchmenge liegt seit über acht Wochen über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Preise für Spotmilch bewegen sich etwas unter dem normalem Auszahlungsniveau und die Fetteinheiten werden nicht mehr zu den Höchstständen aus Mai gehandelt. Die Molkereien weisen darauf hin, dass bei stabilem Sommer-Wetter kurzfristig die Bedarfsmengen steigen werden und die Produktionsmengen (saisonüblich) wieder rückläufig sein können.

Butter

Der Rückstand der Butterproduktion in Deutschland hat sich in den letzten Wochen etwas reduziert. Bis Ende Mai wurden in Deutschland fast 4% weniger Butter produziert als im Vorjahr. Weiterhin gehen die meisten Molkereien von einem „heißen Herbst“ aus.

Schnittkäse

Von verschiedenen deutschen und holländischen Käsereien kommen Forderungen nach Preiserhöhungen. Auf Grund der guten Nachfragesituation sollen die Produktionskapazitäten der großen Käsereien im Juni/Juli ausgebucht sein. In den letzten Wochen war die Verwertung von Milch über Butter und Sahne ertragreicher als in der Käseproduktion, so dass keine Überhänge in den Lägern bestehen.

Eiprodukte

Seit den Höchstständen im April haben sich in Europa die Eiernotierungen um ca. 15% reduziert. Dies begründet sich in der Wettbewerbssituation und in der saisonüblich rückläufigen Nachfrage. Zum 1. Juli 2024 wird die grundsätzlich zollfreie Einfuhr von Eiern aus der Ukraine beschränkt. In den ersten Monaten des Jahres stammten ca. 2/3 der in die EU eingeführten Eier aus der Ukraine. Ob diese Maßnahme einen spürbaren Effekt haben wird, bleibt abzuwarten.

Haselnüsse

Aktuell ist der Haselnussmarkt ruhiger. Vermehrt steigt das Interesse der Industrie für spätere Termine zu decken. Das Agrarministerium der Türkei hat kürzlich die Ernteschätzung unter den INC veröffentlichten Zahlen liegend verkündet. Weitere Preisanstiege blieben aus.

Mandeln

Nach den starken Verladezahlen für den Monat April kamen vermehrt negative Meldungen aus Kalifornien zum Thema „Qualität Ernte 2023“. Es wird gesagt, dass ein Großteil der Restmenge aus der Ernte 2023 von sehr schlechter Qualität ist. Dies in Verbindung mit einer sehr hohen Nachfrage führte zu stetig steigenden Preisen. Selbst wenn die objektive Schätzung im Juli sehr gut ausfällt, wird es dauern, bis die Preise wieder auf das alte Niveau gefallen sind.

Sonnenblumenkerne Bakery

Die Verfügbarkeit an Kernen aus der alten Ernte wird zunehmend weniger und sorgt für festere Preise. Die neue Ernte hält sich stabil im Preis. Negative Meldungen aus der Ukraine könnten auch hier die Preise beflügeln.

Sesamsaat

Die Situation ist unverändert und der Markt ruhig.

Kürbiskerne

Die Frachtraten sorgen für stabile Preise, aber der Warendruck wird kommen. Es wurde deutlich mehr angebaut und somit sehen wir die Preise für die Rohware im Sommer weiter nachgeben in China.

Sultaninen

Die alte Ernte bleibt teuer und tendenziell steigend im Preis. Die neue Ernte entwickelt sich insgesamt bis dato gut und wird ca. 10% günstiger angeboten. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Wetter bis zur Ernte verhält und wie groß die Nachfrage zu Beginn nach neuer Ernte sein wird.

Leinsaat

Der schon oft erwähnte Importzoll auf russische Leinsaat kommt. Inwiefern dieser bereits in den Preisen berücksichtigt ist, ist fraglich. Leinsaat aus Kasachstan, die in die EU eingeführt wird, hat aktuell erhebliche Logistikprobleme. Die LKW stehen bis zu 14 Tagen an der Grenze, bis sie abgefertigt sind.

Blaumohn

Die Pflanzen sollen im Wachstum durch Frost und Nässe etwas verzögert sein. Nach wie vor ist die Anbaufläche größer als im letzten Jahr, abzuwarten ist der Ertrag. Die neue Ernte wird ab ca. Anfang bis Mitte September erwartet und die Preise sollen günstiger als die laufende Ernte sein.

Ananas

Die Preise sind aufgrund der hohen Seefrachtraten erneut gestiegen. Die Prognosen zur Winterernte fallen schlecht aus, sodass zumindest für dieses Kalenderjahr auf Basis der aktuell hohen Preise gerechnet werden muss. Selbst wenn die Winterernte besser als die letzte Sommerernte ausfallen sollte, wird diese erst ab ca. Ende Januar 2025 zur Verfügung stehen.

Aprikosen, Pfirsiche und Birnen aus Südafrika

Unveränderte Situation. Die Mengen aus alter Ernte sind nahezu komplett vermarktet. Lediglich bei Birnen und Pfirsichen stehen bei einzelnen Artikeln noch geringe Kontingente zur Verfügung. Nach der shortage Meldung bei den Aprikosen bleibt die griechische Ware die beste Alternative zu attraktivem Preis aus der neuen Ernte.

Äpfel

Mittlerweile wird das Augenmerk auf die neue Kampagne gelegt. Bis Ende dieser Woche werden die letzten Mengen abgepackt und eingedost, bevor im Anschluss die Sommerpause mit der Wartung der Maschinen beginnt. Für Prognosen zur neuen Ernte ist es noch zu früh.  Im TK-Bereich haben sich die Preise auf einem recht hohen Niveau gefestigt.

Brombeeren

Die Rohwarenpreise haben sich auf dem jetzigen Niveau eingespielt. Bis zur neuen Ernte im Juni wird sich nichts ändern.

Erdbeeren

Nach den Meldungen der schlechten Ernte aus den alternativen Ursprüngen, wie Marokko und Ägypten, hat es nun auch Osteuropa getroffen. Der Frühling hat sich mit Nachtfrösten, viel Regen, regionalem Hagel und kühlen Temperaturen negativ auf die Entwicklung der Pflanzen ausgewirkt. In Polen sind einige Felder überschwemmt und können nur schwer geerntet werden. Das Resultat hieraus ist, dass sich die Preise kontinuierlich erhöhen.

Heidelbeeren

Das Preisniveau aus Osteuropa und Kanada ist gestiegen. Die gute Nachfrage könnte die Versorgung bis zur neuen Ernte schwierig gestalten. Aktuell werden auch hier Preiserhöhungen erwartet.

Himbeeren

Es gibt kaum Restbestände aus alter Ernte (Polen/Serbien) und die Lage in der Ukraine ist weiter kritisch. Derzeit herrscht eine große Nachfrage nach Himbeeren, die die Preise für die wenigen verfügbaren Mengen über 3 €/kg steigen lassen.

Mandarin-Orangen

Aufgrund der knappen Verfügbarkeit an Containern und hohen Verschiffungszahlen aus China (insbesondere nach Nordamerika) kommt es zu deutlich längeren Vorlaufzeiten. Vereinzelt gibt es Offerten aus der Türkei für noch verfügbare Mengen aus alter Ernte. Allerdings gilt es hierbei den höheren Bruch-Anteil von 10% zu berücksichtigen. Für die neue Ernte in der Türkei sind die Preise noch spekulativ.

Pflaumen

In Serbien wird von einer guten Ernte 2024 gesprochen, die in diesem Jahr früher als üblich beginnt. Preislich ist mit einer leichten Steigerung zu rechnen. Da nicht ausreichend Personal für handgeschnittene Ware zur Verfügung steht, wird man sich langfristig mit dem Gedanken von maschinengeschnittener Ware auseinandersetzen und anfreunden müssen.

Sauerkirschen

Aufgrund des kalten Aprilwetters und des Morgenfrosts in einigen Regionen sind etwa 20 bis 30 Prozent der Ernte betroffen. Aus der alten Ernte steht keine Ware mehr zur Verfügung und die Nachfrage ist groß. In Serbien hat die Ernte mit der Sorte Oblacinska begonnen. Die serbischen Produzenten rechnen mit einer Preissteigerung von ca. 20% gegenüber dem letzten Jahr. Offerten gelten streng freibleibend und viele Lieferanten sind nicht bereit, Ware einzulagern oder in Konserven zu verarbeiten. Die knappen Mengen gehen direkt in den Frischmarkt. Hierbei werden für die Rohware teilweise Preise deutlich über 1 €/kg erzielt.

Rhabarber

Durch die schlechten Wetterbedingungen im Wachstum ist der erste Schnitt sehr gering ausgefallen. Es steht keine ausreichende Menge zur Verfügung, um den Bedarf am Markt zu decken. Aufgrund der hohen Preise haben viele Produzenten das Risiko einer Produktion der Ware nicht übernommen. Nun liegt die Hoffnung auf dem zweiten Schnitt. Dieser wird den aktuellen Bedarf auch nicht decken können. Welche Menge zu erwarten sind, hängt stark vom Wetter der nächsten Wochen ab.

Zucker

Der Trend der letzten Monate, der eine Preisabwertung zeigte, ist nach wie vor gegeben. Es ist davon auszugehen, dass dieser bis zum Ende der laufenden Kampagne so bleiben wird. Des Weiteren werden gute Ernteerträge für die neue Kampagne erwartet. Mit den Abschlüssen der Kampagne 24/25 ist es empfehlenswert, bis zum Sommer zu warten.