Aus den Rohstoffmärkten

Stand: 20.06.2022

Frischbackhefe

Die bereits vor Wochen von den drei großen europäischen Hefeproduzenten angedeutete weitere Preisbefestigung nimmt konkretere Formen an. Durch eine Verdoppelung der Melasse-Kosten, aber auch weiter gestiegene Rohstoff- und sonstigen Kosten, sieht sich unser Eigenmarkenproduzent veranlasst, eine ernstgemeinte Erhöhung von 35 Cent pro kg Frischbackhefe von uns zu fordern.

Molkereiprodukte (weiße Linie)

Zum 1. Juli 2022 finden im Lebensmitteleinzelhandel nochmals Preisanpassungen im weißen Bereich statt. Dabei kommt es zu erheblichen Steigerungen bei Milch und Quark. Die Molkereien nehmen dies zum Anlass, auch im Großverbrauchersegment Erhöhungen umzusetzen. Wir werden historische Höchststände bei den Milchpreisen erreichen.

Butter

Auch wenn sich im Lebensmitteleinzelhandel die Butterpreise im Monat Juni etwas reduziert haben, sind doch die Notierungen für Blockbutter in den letzten Wochen kontinuierlich angestiegen. Die Informationen und Meinungen, welche Buttermenge für das Herbstgeschäft bereits eingelagert wurden, sind sehr unterschiedlich. Es ist noch nicht absehbar, ob im dritten Quartal Butter aus Neuseeland etwas Entspannung für den europäischen Markt bringen kann.

Schnittkäse

Der Markt ist immer noch geprägt von einer knappen Rohwarenverfügbarkeit. Holländische Käsereien und Verarbeiter bereiten eine erneute Preiserhöhung im Juli vor.

Eiprodukte

Nach Meinung verschiedener Produzenten ist die preisliche Talsohle in diesem Jahr auf dem Eiermarkt erreicht. Die Kosten sind für die Erzeuger extrem hoch und es ist Zurückhaltung bei der Einstallung von jungen Legehennen feststellbar. Bei normalem Absatzverlauf erwartet man mittelfristig wieder steigende Preise.

Haselnusskerne

Prinzipiell neigen die Verkäufer nun dazu Ware zu kaufen und einzulagern, da Präsident Erdogan in einer Rede angekündigt hatte, den Einkaufspreis für Haselnusskerne Ende Juli bekannt zu geben und dass dies ein Preis sein werde, der die Bauern glücklich macht. Ein Einkaufsgebot von mindestens 45 TRY/kg gilt als sicher. Es gibt aber bereits Bauern die angesichts der Hyperinflation in der Türkei bereits Preise von 60 TRY/kg für angemessen halten. Daher ist die Neigung hin zum Aufbau eines Bestandes von Seiten der Exporteure nachvollziehbar. Wir erwarten weiterhin feste Preise, getrieben/gesteuert von Währung und Zins.

Mandeln

Die Verschiffungszahl für den Monat Mai fällt mit 257,5 Mio. lbs 17,4% höher als im Vorjahresmonat aus. Per Ende Mai sind 81% von der Ernte 2021 verkauft. Die Vorverkäufe für die Ernte 2022 liegen aktuell ca. 3% hinter dem Vorjahr zurück. Maßgeblicher Preistreiber ist aktuell der Wechselkurs €/USD. Durch das zögerliche Verhalten der EZB und dem aggressiven Vorgehen der FED im Hinblick auf Zinserhöhungen, verliert der Euro zunehmend an Boden. Da die Verschiffungen von der Westküste der USA wieder besser laufen, ist auch weiterhin von guten Verschiffungszahlen auszugehen. Die objektive Ernteschätzung folgt am 8. Juli 2022. Bis dahin erwarten wir einen seitwärts gehenden Markt.

Sonnenblumenkerne Bakery

An den fundamentalen Daten hat sich nichts geändert. Dennoch haben die Preise aufgrund von fehlendem Geschäft leicht nachgegeben.

Sesamsaat

Die Preise im Ursprung sind etwas fester. Tansania und Somalia erwarten etwas kleinere Ernten. China war die Indien hat aufgrund guter Verkäufe ebenfalls die Preise leicht erhöht. Maßgeblich für Preisveränderungen ist aber der Wechselkurs.

Kürbiskerne

Gleichwohl die Restmenge aus der Ernte 2021 ausreicht, haben die Spekulanten in China die Rohwarenpreise angezogen. Die Exporteure müssen mehr beim Zwischenhändler in China zahlen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich das auf den Absatz negativ auswirkt. Die Logistik ist nach wie vor gestört und der schwache Eurokurs sorgt ebenfalls für höhere Preise.

Leinsaat

Leinsaat Lieferungen laufen nach wie vor und trotz des Ukraine Konfliktes sehr gut. Auch bekommt man wieder einfacher Angebote aus dem Ursprung Russland/Kasachstan. Die Preise auf immer noch hohem Niveau sind etwas rückläufig. Einzig die Logistik erschwert schnelle Lieferungen. Hier ist mit bis zu 3 Wochen Vorlauf zu planen. Wenig Fahrer, kaum freier Frachtraum zu bekommen.

Sultaninen

Die neue Ernte entwickelt sich sehr gut. Aus der alten Ernte gibt es ausreichend Bestand, so dass die Preise in den letzten Tagen nachgaben. Ungewiss ist, inwieweit der Präsident Hr. Erdogan durch einen hohen Barempreis Einfluss auf die Preise nimmt. Es stehen in diesem Jahr Wahlen an und bei einer Hyperinflation von ca. 75% muss der Präsident die Bauern beruhigen. Trotz eines schwachen Eurokurses ist das aktuelle Preisniveau interessant.

Obstkonserven Verpackung

Völlig unabhängig von den bevorstehenden Ernten und Ursprüngen steht heute schon fest, dass die Preiserhöhungen für Verpackungsmaterialen massive Auswirkungen auf die zukünftigen Preise für Konserven haben werden. Die Produzenten haben keine andere Wahl als die Preise zu akzeptieren, sofern sie in der kommenden Saison produzieren möchten.

Ananas

Die Sommerernte in Thailand wird als nicht besonders gut eingestuft. Gerade choice Qualitäten sind wieder knapp. Gleichzeitig bleiben die Frachten teuer und auch der Euro schwächelt. Bis zur Winterernte bleiben die Preise daher fest.

Aprikosen

Die Einschätzungen hinsichtlich der Preise für griechische Ware haben sich mit Beginn der Ernte bestätigt. Zwar wird eine gute Ernte in Griechenland erwartet, aber die allgemein bekannten Kostensteigerungen, die Frachtsituation aus China und die schlechte Ernte in Spanien, lassen die Preise jedoch trotzdem deutlich höher ausfallen als im letzten Jahr. Griechenland ist für viele momentan der sicherste Hafen, was die Warenversorgung angeht. Dementsprechend hoch fällt auch die Nachfrage aus.

Erdbeeren

Seit Beginn der Ernte hat sich der Markt zunehmend befestigt. Polen ist etwas später deutlich teurer als Serbien eingestiegen und hat das Niveau insgesamt nach oben gezogen. Die Verschiffungen aus Nordafrika laufen katastrophal, was zu einer hohen Nachfrage in Osteuropa führt. In Polen steigen die Preise deshalb bereits über 2€/kg ab Werk.

Heidelbeeren

Ein Großteil der osteuropäischen Wildheidelbeeren kam bislang aus der Ukraine, die als Lieferland nun auf unbestimmte Zeit ausfällt. Da Kanada weitestgehend ausverkauft ist, steigen die Preise.

Himbeeren

Die neue Ernte in Serbien beginnt in den ersten Regionen auf noch kleinem Niveau. Die Hauptmengen werden frühestens im Juli erwartet. Der Markt ist zu Beginn der Ernte etwas gefallen, bleibt aber extrem volatil. Man wird im Ursprung jede Gelegenheit nutzen, die Rohwarenpreise hochzuhalten.

Mandarin-Orangen

Unveränderte Situation. Die Ernten sind fast vollständig vermarktet. China spielt weiterhin aufgrund der teuren Frachten keine Rolle für den europäischen Markt.

Pfirsiche

Sowohl Südafrika, als auch die Mittelmeeranrainerstaaten sind ausverkauft, was zu weiteren Preisbefestigungen geführt hat. Wir erwarten in den nächsten Wochen Preise für die neue Ernte. Auch hier sind die vordergründigen Themen Energie und Verpackung.

Pflaumen

Einige serbische Anbieter haben zuletzt wieder günstigere LKWs angeboten. Die geschieht in erster Linie aus finanziellen Gründen. An der Marktsituation hat sich im Grunde nichts geändert.

Sauerkirschen

Die Restbestände werden zunehmend knapper, gleichzeitig werden bereits höhere Transport und Energiekosten eingepreist. Für die neuen Ernten hört man bislang keine größeren Negativmeldungen, was die Rohware betrifft. Alles außer der Rohware wird jedoch teurer. Verpackung, Energiekosten, Transportkosten und Personal werden das Preisniveau auch bei einer guten europäischen Ernte beflügeln. Ein besonders heikles Thema wird dieses Jahr der Frischetransport vom Bauer zum Verarbeiter. Hier trifft sehr viel Rohware in einem kurzen Zeitraum auf sehr knappen Frachtraum. Die Verarbeiter werden wenig Verhandlungsspielraum haben.

Rhabarber

Die Ernte in Polen ist dieses Jahr sehr schlecht. Es fehlt an allen Ecken an Rohware. Die Beschaffung beschränkt sich weiterhin auf einzelne LKWs zu prompter Abnahme. Langfristige Offerten sind nach wie vor keine im Markt. Die ersten Kontrakte werden bereits geschoben, um die Rohware aus der 2. Ernte im August zu beschaffen. Die Preise steigen weit über einen Euro pro Kilogramm. Rhabarber wird teuer und knapp bleiben.

Thunfisch

Hohe Seefrachtraten, gestiegene Preise für Leerdosen und Sonnenblumenöl sowie unverändert niedrige Fänge, verursacht durch steigende Wassertemperaturen, sorgen auch weiterhin für deutlich steigende Preise.

Schweinefleisch

Unveränderte Situation. Nach dem heftigen Anstieg hat sich der Markt etwas beruhigt. Die verhaltene Nachfrage konnte den Preisauftrieb etwas einbremsen und der Markt pendelte sich bei €1,80 kg/SG ein.

Honig

Die Ukraine steht als langjähriger und verlässlicher Partner effektiv nicht mehr zur Verfügung. Es finden zurzeit keinerlei Lieferungen mehr statt. Alternativen aus Übersee sind vorhanden, jedoch werden die Preise durch hohe Seefrachtraten und lange Transportwege bestimmt. Dies lässt den Markt insgesamt steigen.

Glukosesirupe

Die Versorgungslage spitzt sich weiter zu. Außerhalb von bestehenden Abschlüssen ist kaum mehr Ware verfügbar. Die Erwartungen bei Weizen und Mais lassen die Preise weiter steigen.

Zucker

Die Zuckerindustrie hat aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine und den dadurch unklaren Aussichten im Energiesektor bis zur neuen Kampagne alle Offerten für diese und die nächste Kampagne zurückgezogen. Die Zuckerproduktion ist bekannter Weise recht energieintensiv und die Kosten für die bevorstehende Kampagne aus heutiger Sicht nicht kalkulierbar.