Aus den Rohstoffmärkten

Stand: 26.09.2022

Molkereiprodukte (weiße Linie)

Im August lag der durchschnittliche Milchauszahlungspreis in Europa bei ca. 52 Cent pro Liter. Dies sind ca. 15 Cent mehr als im August 2021. Deutsche Molkereien berichten von Auszahlungspreisen von ca. 57 bis 60 Cent und auf dem so genannten Spotmarkt wurde am September als Höchstwert 69,59 € / 100 Liter Milch notiert. Trotz dieser historischen Werte waren die verfügbaren Milchmengen in Europa bislang unter dem Vorjahr geblieben. Sollten die Milchauszahlungspreise weiter ansteigen, so werden sich auch die Produktpreise nochmals befestigen. Im LEH haben bereits erste Gespräche über Milch stattgefunden. Hier ist spätestens zum Jahreswechsel mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen.

Butter

Seit Ende März bewegen sich die Notierungen für 25 kg Butterblöcke in einem engen Korridor um ca. 7 Euro per kg. Kurzfristig sehen wir keine gravierenden Veränderungen.

Schnittkäse

Die Erwartungen über die weitere Preisentwicklung gehen weit auseinander. Während deutsche Käsereien von Preiserhöhungen zwischen 0,35 bis 1,00 € / kg im Herbst sprechen, gehen die holländischen Käsereien eher von einer preislichen Seitwärtsbewegung aus.

Eiprodukte

Aus verschiedenen europäischen Ländern wird über ein geringeres Eierangebot berichtet. Die Europäische Kommission rechnet für 2022 mit einem Rückgang der Eier-Produktion um 2,5 %. Auch bei Eiern wird von den Verbrauchern häufig auf eine günstigere Variante umgestellt (Bio è Freiland è Boden). Die Notierungen haben in den letzten Wochen darauf mit Steigerungen um ca. 20 % reagiert. Zusätzliche Unsicherheit verursacht das frühe Auftreten der Vogelgrippe in Deutschland und Holland.

Haselnusskerne

Seit Wochen ist der HNK-Markt ein sehr ruhiger und tendiert seitwärts. Käufer steigen auf dem aktuellen Niveau nicht ein. Die Ernteschätzung mit 800.000 MT plus einem Überhang von ca. 100.000 MT ermutigen aktuell eher zum Warten, zumindest für langfristige Kontrakte. Die Währungssituation in der Türkei wird den Inlandsverbrauch deutlich senken, d.h. die Ernte muss verstärkt exportiert werden. Die neue Ernte wird ca. Ende September in den Markt gelangen, anfangs wie immer erstmal die Naturellen Kerne.

Mandeln

Die Verschiffungszahl für den Monat August 2022 fällt mit 228,3 Mio. lbs ca. 10% größer aus als im Vorjahresmonat. Dennoch stehen die Kalifornier weiterhin unter Druck, den Ernteüberhang von 836 Mio. lbs zu vermarkten. Die neue Ernte scheint die objektive Schätzung mit 2,6 Milliarden lbs zu bestätigen. Die Mengen und Qualitäten fallen je nach Region sehr unterschiedlich aus. Der Süden ist aktuell von der Menge und Qualität der Kerne am besten. Wir erwarten in den nächsten Wochen keine großen Preissprünge, gleichwohl die Farmer gern höhere Preise sehen würden. Die Kosten sind auch hier deutlich gestiegen und das aktuelle Preisniveau in USD kaum kostendeckend.

Sonnenblumenkerne Bakery

Die Ernte neigt sich dem Ende und es gibt nur wenig Neues aus den Anbauländern. Die Bauern in Bulgarien/Rumänien verkaufen aktuell nur die Rohware, welche sie nicht mehr einlagern können. Ansonsten wird man versuchen, die Preise durch Aussitzen nach oben zu treiben. Der Absatz ist aber auch hier deutlich zurückgegangen und die Schälbetriebe suchen zum Teil nach Auslastung. Die Nachfrage wird am Ende den Preis bestimmen.

Sesamsaat

Die Preise für afrikanischen Sesam sind seit Wochen stabil. Die Ernten in Afrika je nach Land unterschiedlich und in der Summe geringer zum Vorjahr. Dennoch sehen wir die Chance auf etwas bessere Preise im Dezember / Januar, wenn die neue Ernte vollumfänglich verfügbar ist.

Kürbiskerne

Die Nachrichten zur neuen Ernte sind von Provinz zu Provinz recht unterschiedlich. Einigkeit besteht darin, dass Sorte GWS dieses Jahr mehr als ausreichend zur Verfügung stehen wird. Es wurde mehr angebaut und der Ertrag ist gut. Bei Shine Skin sieht es anders aus. Die Menge wird wohl kaum das Vorjahr übertreffen und alte Ernte ist ausverkauft. Die Preise waren in den letzten Wochen langsam, aber stetig rückläufig. Aktuell stagniert der Preis für die neue Ernte und scheint sein Niveau für die nächsten Wochen gefunden zu haben. Die Vorlaufzeit beträgt aktuell um die 10 Wochen. Österreich hat eine gute Ernte und der Ertrag ist sehr zufriedenstellend. Wir erwarten etwas günstigere Preise. Einen Großteil frisst der Gaspreis auf.

Leinsaat

Die Leinsaat Preise gehen Stück für Stück zurück, da die Ölsaaten allgemein im Preis nachgeben. Hinzu kommt, dass eine Exportsteuer in Russland kürzlich aufgehoben wurde. Aktuell wird in Russland geerntet, Kasachstan und Kanada folgen in den nächsten Tagen. Das Wetter und die Kriegssituation zählen weiter zu den Faktoren, die die Preise bewegen

Blaumohn

Neue Ernte Blaumohn wird vom Ertrag her deutlich geringer ausfallen als zuletzt angenommen. Zudem wurde massiv weniger Fläche mit Mohn bestellt. Die Überhänge aus der alten Ernte sind aktuell nicht bekannt. Ein Gegenpol bildet die stark zurückgegangene Nachfrage. Letztere wirkt sich auch auf die Preise aus, welche aktuell stagnieren und leicht schwächer tendieren.

Sultaninen

Die starken Niederschläge haben die zum Trocknen ausgelegte Ware beschädigt. Diese Sultaninen werden sehr dunkel sein und durch die Feuchtigkeit ein Problem mit der Gesamtkeimzahl bekommen. Insofern ist diese Ware für die BÄKO nicht einsetzbar. Das aktuelle Wetter ist gut und beständig. Somit sollten im letzten Drittel der Trocknung gute, helle Qualitäten möglich sein. Insbesondere Type 11 und Type 10 werden in dieser Saison in der Menge limitiert sein. Type 8 und Type 9 wird es mehr als ausreichend geben. Die Verschiffungen für die Type 10 und Type 11 sind durch den Regen um mehr als 14 Tage verzögert. Preislich zahlen die TMO und Taris höhere Preise als der freie Markt. Dafür zahlt der freie Markt aber “Cash”. Die Preise sind nach wie vor hoch und sollten sich im Oktober reduzieren. Eine gesonderte Rolle spielen Type 11 und 10, da nur begrenzt verfügbar für die Saison 2022/2023.

Kokosraspel

Die Preise hatten mangels Nachfrage deutlich nachgegeben. Aktuell stagniert das Preisniveau.

Rapsöl

Die Verfügbarkeit an Rapssaat ist gut und die Preise für das 1. HJ 2023 unter Druck. Energie (Mineralöl und Gas) sowie die Mais- und Sojaernte könnten den Preisrückgang einbremsen. Die Maisernte sieht aufgrund der Trockenheit nicht gut aus und Soja ist sehr gefragt.

Ananas

Unveränderte Marktlage. Die Preise im Ursprung haben sich nur unwesentlich nach oben entwickelt. Preistreiber ist hier jedoch der schwache Euro. Die Frachtraten gaben zuletzt etwas nach, was einem weiteren Anstieg entgegenwirkt.

Aprikosen

Die Ernten sind größtenteils vermarktet und die Bedarfe wurden gedeckt. Zusätzliche Mengen sind zwar knapp. Die Nachfrage ist jedoch gering, sodass die Preise auf gleichem Niveau verharren.

Äpfel

Mit Beginn der neuen Ernte zeichnet sich eine quantitativ gute Ernte in Südtirol ab. Erste Anlieferungen an Rohware sind günstiger als im Vorjahr. Dem entgegen laufen jedoch die gestiegenen Kosten. Alles in allem rechnen wir daher nur mit einem moderaten Anstieg der Preise. Gewissheit wird es in den nächsten Wochen geben.

Birnen

Die spanische Ernte wird, wie auch schon bei den Aprikosen und Pfirsichen, dieses Jahr aufgrund der negativen klimatischen Bedingungen sehr schlecht ausfallen. Griechenland kann zwar anbieten, ist jedoch kostenbedingt recht hochpreisig. Die chinesischen Anbieter haben aufgrund rückläufiger Frachtraten aktuell einen moderaten Preisvorteil. In Summe wird es nur eine minimale Preisverschiebung geben. Unklar ist jedoch noch, wie sich die Südafrikaner positionieren werden.

Brombeeren

Mit Beginn der neuen Ernte geben die Preise nach. Die Ernte ist insgesamt besser ausgefallen als im Vorjahr und die Rohwarenpreise sind dementsprechend niedriger.

Erdbeeren

Seit Beginn der Ernte hat sich der Markt zunehmend befestigt. Aufgrund fehlender Rohware hört man, dass immer mehr Produzenten in Polen ägyptische Rohware importieren und die dann günstiger vermarkten. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um die bekannten Sorten, was zu Reklamationen führen kann. Die Preise für Qualitäten mit rein osteuropäischer Rohware sind fest auf hohem Niveau.

Heidelbeeren

Das Preisniveau aus Osteuropa ist mit Beginn der neuen Ernte leicht rückläufig. Die kanadischen Anbieter liegen trotz einer guten Ernte, aufgrund der teuren Frachten und des schwachen Euros, zum jetzigen Zeitpunkt über den osteuropäischen Anbietern.

Himbeeren

Es trifft zunehmend Warendruck auf eine schwache Nachfrage. Serbien hat hohe Rohwarenpreise gezahlt, während Polen und die Ukraine mit niedrigen Rohwarenpreisen kalkuliert. Insgesamt tendiert der Markt daher schrittweise nach unten.

Pflaumen

Explodierende Energiekosten in Serbien steigen die Preise trotz günstiger Rohware seit Erntebeginn.

Sauerkirschen

Das Preisniveau hat sich auf dem bestehenden Niveau befestigt. Trotz einer guten Ernte in Polen stabilisierten sich die Rohwarenpreise im Laufe der Ernteperiode.

Rhabarber

Die Ernte in Polen ist dieses Jahr sehr schlecht ausgefallen. Es fehlt an allen Ecken an Rohware. Die Beschaffung beschränkt sich weiterhin auf einzelne LKWs zu prompter Abnahme. Langfristige Offerten sind keine im Markt. Auch die Sommerernte bringt keine Änderung an der Gesamtsituation. Man geht davon aus, dass mittelfristig keinen Rhabarber mehr im Ursprung geben wird. Die BÄKO-ZENTRALE eG lagert bis Jahresende ca. 400 Tonnen Rhabarber ein, um die Warenversorgung sicherzustellen.

Schweinefleisch

Das Angebot an schlachtreifen Schweinen nimmt weiter ab und lässt sich insgesamt zügig vermarkten. Zwar fehlen nach wie vor deutlichere Impulse in der Nachfrage, aufgrund der kleinen Mengen steigt die Preisempfehlung weiter auf 2,10 EUR/kg.

Glukosesirupe

Die Versorgungslage hat sich etwas beruhigt. Die Preise bleiben jedoch fest auf sehr hohem Niveau.

Zucker

Der Markt ist für die neue Kampagne unterversorgt. Wir erhalten täglich neue Anfragen außerhalb unseres üblichen Kundenkreises. Gleichzeitig ist die Ernteerwartung aufgrund der Trockenheit schlecht. Sodass die Zuckerindustrie keine zusätzlichen Mengen anbietet. Es muss bei der Planung genau auf die verfügbaren Mengen geachtet werden!