Aus den Rohstoffmärkten

Stand: 24.01.2023

Molkereiprodukte (weiße Linie)

Die Molkerei-Welt hat sich in zwei Gruppen geteilt. Die Molkereien, die in den LEH Milch, Sahne und Quark liefern, haben trotz einer verhaltenen Nachfrage auf Grund der noch hohen Kontraktpreise eine zufriedenstellende Situation. Im Großverbraucherbereich müssen sich die Molkereien mit einem festen Milchauszahlungspreis gegenüber den Molkereien behaupten, die sich am so genannten Spotmarkt versorgen können. Das Ergebnis sind große Preisdifferenzen und die Frage, nach der im letzten Jahr noch so wichtigen Versorgungssicherheit tritt wegen der mittelfristig weiter steigenden Milchmengen in den Hintergrund.

Butter

Die Meinungen über die weitere Preisentwicklung bei Butter gehen auseinander. Nach einer dreimonatigen Verhandlungspause wird der nächste 250g – Abschluss im LEH für Februar 2023 auch wieder entscheidend sein für die weitere Entwicklung der Blockbutter-Preise.

Schnittkäse

Von unseren Verarbeitern hören wir, dass nicht mehr ganz so junger Gouda zur Auslieferung kommt. Dies scheint für einen Aufbau der Lagerbestände zu sprechen. Wir erwarten noch weitere Rückgänge bei Käse.

Eiprodukte

Ruhiger Absatz aber auch eine geringe Verfügbarkeit von Eiern kennzeichnen den Markt. Aktuell gibt es keine Anzeichen für wesentliche Änderungen. Es bleibt abzuwarten, wann das hohe Preisniveau für die Landwirte einen Anreiz bietet zur Ausweitung der Produktion.

Haselnusskerne

Unverändert zur letzten Marktinfo.
Die Rohwarenpreise steigen zurzeit aufgrund steigender Nachfrage der lokalen Exporteure.

– Die Exportnachfrage ist aufgrund des jüngsten Preisanstiegs wieder eingebrochen.
– Die Inlandsnachfrage hingegen war gut.
– Die TMO setzt ihre Einkäufe weiterhin fort und erhält weiterhin Zulauf.

Dies bedeutet, dass die Preise aktuell weiter steigen könnten und erst im Laufe Januar nachgeben. Das haben die Preise aktuell noch nicht getan. Gebote sind für prompte Lieferungen mit entsprechender Vorlaufzeit von ca. drei Wochen zu empfehlen.

Mandeln

Ein starker Eurokurs drückt zusätzlich auf die Preise. Aktuell gibt es sehr viel Niederschlag in Kalifornien und Schnee in den Bergen. Bis zur Blüte im Februar erwarten wir einen ruhigen Markt. Die Verschiffungszahlen für Dezember fallen mit plus 9,3% (206 Mio. lbs.) besser aus als erhofft. Die Erntemenge liegt bis dato ca. 10% unter der Vorjahresmenge und liegt somit auf dem Niveau der objektiven Schätzung. Eine gute Blüte im Februar würde den Druck weiter erhöhen. Aktuell verlieren die Farmer viel Geld und die Banken sind mit Krediten sehr vorsichtig. Insgesamt eine ungesunde Situation.

Sonnenblumenkerne Bakery

Die Nachfrage ist gering und der Markt dümpelt vor sich hin. Vereinzelt versuchen Schälmühlen Ware über Sonderpreise zu bewegen, aber nur für prompt und größere Mengen. China ist zurück im Markt und kann zollfrei SBK in Bulgarien kaufen. Dies könnte den Absatz etwas beleben. Ansonsten bleibt es bis zur Aussaat im April unspektakulär.

Sesamsaat

Die Situation ist unverändert. Es kommt zu wenig Ware an. Entspannung nicht vor Februar in Sicht. Indien zieht die Preise an und Afrika folgt. Wir raten zur Deckung bis Mai.

Kürbiskerne

Der Markt hat sich leicht in China befestigt. Dies wird aber von der zweiten Hand / Importhandel ignoriert. Fraglich ist, wie die Lage in China im Hinblick auf Corona nach dem Neujahrsfest ist. Wir gehen davon aus, dass die Möglichkeit fallender Preise im Februar/März höher ist als für steigende Preise.

Leinsaat

Im Markt werden aktuell teilweise sehr günstige Preise angeboten. Unsere vertrauten und seriösen Quellen bieten auf höherem Niveau an. Dies spiegelt jedoch den unserer Meinung nach tatsächlichen Markt wider. Die Bezugskosten für den Import der Rohware steigen eher als das diese fallen. Logistik, Transporte, Energiekosten geben nicht nach.

Blaumohn

Die Nachfrage nach Blaumohn ist weiterhin sehr gering. Anbauer und Landwirte halten Mengen zurück, da die preislichen Unterschiede zwischen Marktpreis und Preiserwartung zu unterschiedlich sind. Nach wie vor gilt auf die Qualität der angebotenen Ware zu achten.

Sultaninen

Für späte Termine nach Q1 werden Prämien verlangt. Type 10 befestigt sich im Preis. Angebote an T10 sind begrenzt. Type 9 ist mehr als ausreichend vorhanden und ist preislich unter Druck.

Kokosraspel

Der Markt ist unverändert. Keine Nachfrage.

Rapsöl

Das Angebot an Rapssaat für die Ölmühlen ist sehr gut und dies drückt weiter auf die Preise.

Ananas

Unveränderte Marktlage. Die Preise im Ursprung haben sich nur unwesentlich nach oben entwickelt. Preistreiber ist hier jedoch der schwache Euro. Die Frachtraten gaben zuletzt etwas nach, was einem weiteren Anstieg entgegenwirkt.

Aprikosen

Auch Südafrika bleibt in der bevorstehenden Ernte von der Inflation nicht verschont. Verpackung, Energie und Transport unterliegen im Grunde den gleichen Preissteigerungen wie im heimischen Markt. Hinzu kommen die gestiegen Frachtkosten im Inland. Alles Faktoren, die das Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr weiter steigen lassen. Die Rohwarenpreise werden dabei fast zur Nebensache.

Äpfel

Mit Beginn der neuen Ernte erwartet man eine quantitativ gute Ernte in Europa. Erste Anlieferungen an Rohware sind günstiger als im Vorjahr. Dem entgegenlaufen jedoch die gestiegenen Kosten für Verpackung, Energie und Transport, sodass sich auch bei Apfel ein Preisniveau über dem Vorjahr durchsetzen wird.

Birnen

Die spanische Ernte wird, wie auch schon bei den Aprikosen und Pfirsichen, dieses Jahr aufgrund der negativen klimatischen Bedingungen sehr schlecht ausfallen. Griechenland kann zwar anbieten, ist jedoch kostenbedingt recht hochpreisig. Die chinesischen Anbieter haben aufgrund rückläufiger Frachtraten aktuell einen moderaten Preisvorteil, wobei der schwache Euro diesen zum Großteil wieder auffrisst. Auch die Südafrikaner müssen sich aufgrund des Kostendrucks mit der neuen Ernte höher positionieren.

Brombeeren

Unveränderte Situation. Mit Beginn der neuen Ernte gaben die Preise nach. Die Ernte ist insgesamt besser ausgefallen als im Vorjahr und die Rohwarenpreise sind dementsprechend niedriger.

Erdbeeren

Seit Beginn der Ernte hat sich der Markt zunehmend befestigt. Aufgrund fehlender Rohware hört man, dass immer mehr Produzenten in Polen ägyptische Rohware importieren und diese dann günstiger vermarkten. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um die bekannten Sorten, was zu Reklamationen führen kann. Die Preise für Qualitäten mit rein osteuropäischer Rohware sind fest auf hohem Niveau.

Heidelbeeren

Das Preisniveau aus Osteuropa ist weiter leicht rückläufig. Die kanadischen Anbieter liegen trotz einer guten Ernte, aufgrund der teuren Frachten und des schwachen Euros, über den osteuropäischen Anbietern.

Himbeeren

Es trifft zunehmend Warendruck auf eine schwache Nachfrage. Serbien hat hohe Rohwarenpreise gezahlt, während Polen und die Ukraine mit niedrigen Rohwarenpreisen kalkuliert. Insgesamt tendiert der Markt daher schrittweise nach unten.

Pflaumen

Die Preise in Serbien haben sich stabilisiert und es steht ausreichend Ware auf dem bisherigen Niveau zur Verfügung.

Sauerkirschen

Das Preisniveau hat sich auf dem bestehenden Niveau befestigt. Trotz einer guten Ernte in Polen stabilisierten sich die Rohwarenpreise im Laufe der Ernteperiode.

Rhabarber

Die Ernte in Polen ist dieses Jahr sehr schlecht ausgefallen. Es fehlt an Rohware. Die Beschaffung beschränkt sich weiterhin auf einzelne LKWs zu prompter Abnahme. Langfristige Offerten sind keine im Markt. Auch die Sommerernte bringt keine Änderung an der Gesamtsituation. Man geht davon aus, dass es mittelfristig keinen Rhabarber mehr im Ursprung geben wird. Die BÄKO-ZENTRALE eG lagert bis Jahresende ca. 400 Tonnen Rhabarber ein, um die Warenversorgung sicherzustellen.

Schweinefleisch

Das Angebot an schlachtreifen Schweinen nimmt weiter ab und lässt sich insgesamt zügig vermarkten. Zwar fehlen nach wie vor deutlichere Impulse in der Nachfrage, aufgrund der kleinen Mengen steigt die Preisempfehlung weiter auf 2,10 EUR/kg.

Glukosesirupe

Die Versorgungslage hat sich etwas beruhigt. Die Preise bleiben jedoch fest auf sehr hohem Niveau.

Zucker

Das Preisniveau liegt mittlerweile für neue Anfragen auf dem Spottmarkt bei fast €1,30 p. kg. Die Verfügbarkeitssituation ist weiterhin angespannt, aber zumindest gibt es wieder Offerten aus der Zuckerindustrie. Die Europäische Kommission gab am 5. Oktober bekannt, dass die Zuckerproduktion in Europa in der Saison 2022/23 laut Reuters um 6,9 % auf 15,5 Millionen Tonnen sinken dürfte. Der Rückgang ist auf eine Verringerung der Gesamtanbaufläche um 4% und eine schwere Sommertrockenheit in vielen Teilen des Kontinents zurückzuführen, die zu einem Rückgang der Zuckerrübenerträge um 4% führte.